Abschnitt 2: westliches und mittleres Erzgebirge - Muldenberg bis Hirtstein

in diesem Abschnitt warten die höchsten Berge des Erzgebirges auf uns

 

Etappe 6: Muldenberg - Weiterglashütte

nach einem guten Frühstück verlassen wir die Flößerstube, ...

...um an der Talsperre wieder den Kammweg aufzugreifen

sogleich tauchen wir in den Nadelwald ein

wir begegnen einem Kammwanderer, der aber ziemlich viele negative vibes ausstrahlte (Nebel statt Aussicht, Dickicht statt Wanderweg wegen Forstarbeiten...) - wir behalten vorerst unsere gute Laune 

wenn eine Aussicht in Sicht ist, werde ich plötzlich ziemlich schnell, fast zu schnell für das Foto :-)

der kleine Abstecher auf die Halde lohnt

der Ausblick über das Vogtland ist wunderbar

der Topasfelsen Schneckenstein (er ist eingezäunt und kostet Eintritt, als wir da waren, war abgeschlossen und keiner da) 

gerne hätten wir die Mineraliensammlung und die Grube Tanneberg besichtigt, aber der Weg dorthin war nicht ausgeschildert, obwohl beides nicht weit weg vom Schneckenstein liegt

na, dann machen wir halt Teepause

Wir treffen eine diesmal sehr gut gelaunte Kammwanderin, die uns begeistert von ihren Touren erzählt.

Mühlleiten

man glaubt fast, man wäre in Skandinavien

nee, wir sind in Hollywood?!

wir wandern weiter - zwischen meeh...

...und zauberhaft

Hütte am Kohlanger am Rotsudel 

die Forstautobahnen haben unseren Glückseligkeitsvorrat etwas dezimiert und wir tanken nach

unsere Bemühungen wurden von Erfolg gekrönt - jetzt kommt die schönste Wegstrecke

es geht ein paar Kilometer an einem künstlichen Wasserkanal entlang, der für die Erzverarbeitung angelegt wurde 

die Laune hebt sich spürbar

der Wald ist stellenweise wunderbar wild hier

wir genießen diesen Abschnitt des Kammwegs

aus dem dichten Wald taucht unvermittelt Morgenröthe auf

Der Ort Morgenröthe-Rautenkranz liegt im Tal der Großen Pyra und in der Zwickauer Mulde und bildet am Kammweg die Grenze zum Erzgebirge. Rautenkranz ist der Geburtsort von Sigmund Jähn (dem ersten Deutschen im Weltall, daher findet sich hier die Deutsche Raumfahrtausstellung, die wir leider auch nicht besichtigt haben).

Statt dessen verlassen wir das Tal auf einem kleinen Pfad... 

...und entscheiden uns an der Forstwegegabelung hinter dem See für den Talweg (und gegen den Bergweg).

An der Grünen Hütte treffen beide Wege wieder zusammen.

Hier steht laut Sachsenforst der älteste Fichtenbestand Sachsens (von 1784)

wir folgen einem Bachlauf bergauf

dann steigen wir ab nach Carlsfeld (der Kammweg bleibt auf der Höhe und führt nicht hinunter in den Ort)

wenn wir jetzt noch daran gezweifelt haben sollten, im Erzgebirge zu sein, werden wir hier unübersehbar darauf hingewiesen: wir sind im Musikwinkel...

...und hier werden Pyramiden und andere erzgebirgstypische Kunst hergestellt.

Überall tauchen jetzt Schwibbögen auf - und wir lernen den erzgebirgischen Wandergruß kennen.

Der Abstecher nach Carlsfeld lohnt wegen der Rundkirche, die man besichtigen kann.

die Trinitatiskirche ist ein bedeutender frühbarocker Zentralbau, Baubeginn war 1684

Wir verlassen Carlsfeld, kommen am Hotel Talsperre vorbei (in Carlsfeld könnte man in mehreren Hotels unterkommen), und steigen weiter bergauf

auf der Höhe folgen wir eben einem Bachlauf...

...und erreichen unser Tagesziel, den kleinen Ort Weiterglashütte. Auchhier gibt es kein Restaurant für ein Abendessen, aber wir werden in unserer Pension versorgt. 

 

Etappe 7: Weiterglashütte - Johanngeorgenstadt bzw. Erlabrunn

der nächste Morgen ist sehr kalt

wir steigen ab nach Wildenthal

wir fragen uns die ganze Zeit, wo die Sperrung sein soll, von der der Kammwanderer gestern gesprochen hatte

wir kommen jedenfalls ungehindert bis Wildenthal

hier geht es ziemlich steil bergauf 

dafür hat man dann einen schönen Blick zurück - von der Anhöhe rechts kommen wir

letzte Nebelschwaden hängen in den Fichten

wohlan, bis jetzt war das alles nur Vorgeplänkel

jetzt geht es ernsthaft hinauf auf den Auersberg

Zivilisastionsspuren inklusive

Aha, jetzt verstehen wir den Ärger des Kammwanderers - er kam ja aus der Gegenrichtung, und da sagte dieses Schild: Weg gesperrt - aus unserer Richtung kommend gab kein derartiges Zeichen, er ist also einer Fehlinformation aufgesessen, Sachsenforst hat das Schild einfach nicht abgehängt. Auch die Polizeischultruppe, die hier oben ein Training absolvierte, ignorierte das Schild. Mein Fazit: besser auf der Webseite von Sachsenforst nach den aktuellen Sperrungen schauen.

wie dem auch sei, wir sind jedenfalls oben auf 1.018 m

wir folgen sehr gerne der Aufforderung

und natürlich wird er Turm bestiegen

der Abstieg erfolgt zunächst auf der Zufahrtsstraße

dann wird es wieder lauschiger

Der lauschige Weg führt bis nach Steinbach - hier entscheiden wir uns, den Kammweg, der um das nahegelegene Johanngeorgestadt herum- und bis zum Bahnhof führt, zu verlassen, denn wir haben in Erlabrunn ein Hotelzimmer gebucht, und von Steinbach führrt ein direkter Weg dorthin, der uns ca. 4 km spart.

auf der gering befahrenen Zufahrtsstraße zu zwei kleinen Mühlen wandern wir durch das Stenbachtal (man könnte auch direkt am Bach entlang wandern)

die Teufelssteine sind der Höhepunkt im Steinbachtal

hier wird gerne geklettert

in Erlabrunn stoßen wir zunächst auf eine ausgedehnte Datschen-Siedlung, zu der dieses Bistro gehört, das vermutlich einmal eine Posthalterei war

der Schwibbogen von Erlabrunn und dahinter unser Hotel

das Hotel steht auf dem Grund einer alten Schleiferei

es gibt zum selbstgebrauten Bier sehr gute sächsische Küche wie z.B. diese gewickelten Klöße (in der vegetarischen Variante mit Schwammenragout)

hier unsere Wegvariante auf der Karte

 

Etappe 8: Johanngeorgenstadt - Fichtelberg/Sachsenbaude

nach dem Frühstück fahren wir nach Johanngeorgenstadt

das ist alles, was wir vom Ort sehen - wir haben den größten Schwibbogen der Welt verpasst

der Anton Günther Weg begleitet und auf unserer heutigen Etappe

Forstwege dominieren auf dieser Etappe

also richten wir unseren Blick auf die frühmorgendlichen Lichtspiele im Wald 

Der Eingang zu einem Stollen? Vermutlich nicht, sonst gäbe es eine Erklärtafel. 

an diesem See stand das Preißhaus, hier wurde kräftig geschmuggelt, so dass es schließlic h 1845 abgerissen wurde

heute kann man in der Wanderhütte den ersten Tee genießen

wir wandern direkt an der tschechischen Grenze entlang

die Himmelswiese, ein Naturschutzgebiet

immer an der Grenze entlang

hier gibt es einen Übergang

Personalausweis ist dabei, also mache ich einen Ausflug hinüber

oder sollen wir bis Karlsbad wandern? Ein Bad im warmen Thermalwasser täte jetzt gut :-)

ich gehe wieder zurück nach Deutschland

und wir versuchen uns an den verschiedenen Sprachen

"Dobry Dan" können wir gleich anwenden, als uns eine Grupe junger tschechischer Wanderer begengnet

man merkt meinem entschlossenen Schritt an, dass es Zeit ist für die nächste Teepause

wir genießen den Blick über Ritersgrün und stärken uns für den Aufstieg auf den Fichtelberg, immerhin der höchste Berg des Erzgebirges

hier erreichen wir die Bundesstraße

der Kammweg nimmt den steilsten Weg, den er finden konnte

nur um nach 1 km wieder hinunter zur Straße zu führen - unser Fazit - wenn nicht viel Verkehr herrschen sollte, nehmt lieber gleich die Straße nach Ehrenzipfel (gleich nach der Kreuzung kommt übrigens ein netter Imbiss - nutzt jede Pausenmöglichkeit vor dem Gipfelsturm)

wir versäumen es jedenfalls, am Anton Günther Denkmal eine Pause zu machen, und schwätzen lieber mit zwei Holländerinnen

das verschafft uns beim nun folgenden Aufstieg etwas "Laad"

zunächst geht es nett ein Bachtal hinauf...

und hinauf...

und erst 5 km nach der Anton Günther Bank kommt oberhalb des Ortes Tellerhäuser die nächste Bank, also... 

...sehr spät für uns

sie wird sofort in Besitz genommen  

und danach kommen nicht nur ständig Bänke und Schutzhütten, sondern auch etwas Trailmagic

für uns sind es noch 5 km bis zum Tagesziel knapp unterhalb vom Fichtelberg 

zur Abwechslung dürfen wir eine Weile eben laufen

der nächste Grenzübergang

noch knapp 200 Höhenmeter für uns

deswegen machen wir an der nächsten Hütte noch ein Päuschen

es begegnen uns immer mehr Leute, und der Weg wird gesäumt von immer mehr Skiinfrastruktur

ich glaube, das ist nicht der Gipfel des Fichtelbergs, sondern des tschechischen Keilbergs

naja, jedenfalls muss man hier auf Skiroller aufpassen

Endspurt

unsere Zimmer liegen im 4. Stock - also inklusive Traumaussicht

das war die Königsetappe :-)

unsere Zimmer sind noch nicht fertig, also verfrachtet uns Josef, der freundliche Herrscher über die Rezeption, ins Kaminzimmer und versorgt uns mit einem Heißgetränk 

zwischen Whirlpool und Abendessen genießen wir ausgiebig das Panorama aus unseren Zimmern