Abschnitt 3 des WDE von Burg Hessenstein bis Aachen

Bin ich im Abschnitt 2 noch ziemlich nah an der Originalroute des WDE geblieben, werde ich die Strecke in diesem Abschnitt auf ganz anderen Wegen wandern. Der Grund: auf dem E1 war ich schon im Sauerland und auf dem Rothaarsteig unterwegs gewesen und habe die teils großflächigen und bedrückenden Waldschäden und Kahlschläge gesehen. Daher habe ich mich entschieden, den WDE hier komplett umzuplanen, um dann hoffentlich eine attraktive Alternativstrecke vorzufinden. Verschiedene aktuelle you tube videos zeigen, dass die Natur sich die Flächen inzwischen wieder aneignet, und der Zustand möglicherweise nicht mehr so deprimierend ist, wie ich es 2022 erlebt habe. 

Ein zusätzlicher Grund, die Originalroute des WDE abzuändern: im Bergischen Land und dem Siebengebirge verläuft sie auf ca. 45 km über den Rhein-Ruhr-Weg mit dem Zeichen weiße X9. Dieser Weg ist inzwischen aufgegeben und aus der Markierung genommen worden. Zwischen Altenherfen (auf der Etappe zwischen Waldbröl und Eitorf) und Königswinter muss man also sowieso umplanen. Daher habe ich mir die Freiheit genommen, den Weg großräumig abzuändern, und bin in diesem Abschnitt 3 lediglich von Burg Hessenstein bis Dalwigksthal auf der Originalroute gewandert, und zwar auf dem Barbarossaweg X8, denn auch der X6, der Robert-Kolb-Weg, den der WDE eigentlich von Burg Hessenstein aus nimmt, ist auf den 23 km bis Medelon aus der Markierung genommen worden. Die Alternativroute habe ich dann mit Ederhöhenweg und Natursteig Sieg von Ederbringhausen bis Bonn sehr weiträumig fortgesetzt. Die Originalroute streift zwischen Rieferath und Bohlscheid den Natursteig Sieg ganz kurz.

Eine Alternative zur Eder und Sieg Alternative, die im Übrigen in Summe rund 150 km länger ist als das Original, wäre folgende: man wandert den Barbarossaweg bis Korbach und schließt den Sauerland Höhenflug bis Meinerzhagen an. Dann muss man rund 50 km frei überbrücken, bevor man ab Much auf den Bergischen Weg trifft, der weiter bis Königswinter/Drachenfels führt, wo wieder die Originalroute erreicht wird.

Originalroute des WDE (gewandert bzw. nicht gewandert):

Sauerland:

Burg Hessenstein – Dalwigksthal -  Medelon, 23 km (nicht mehr mit X6 markiert)

Medelon – Kahler Asten, 20 km

Kahler Asten – Jagdhaus, 19 km

Jagdhaus – Bilstein, 28 km

Bilstein – Olpe, 28 km

 

Bergisches Land:

Olpe – Waldbröl, 35 km

Waldbröl – Rieferath - Eitorf, 28 km (ab Altenherfen nicht mehr markiert)

 

Siebengebirge:

Eitorf – Königswinter, 30 km (nicht mehr markiert)

 

Eifel:

Königswinter – Bonn/Bad Godesberg - Rheinbach, 27 km

Rheinbach – Bad Münstereifel, 22 km

Bad Münstereifel – Gmünd, 28 km

Gmünd – Schmidt, 20 km

Schmidt – Mulartshütte, 24 km

Mulartshütte - Aachen, 20 km

 

Burg Hessenstein - Dalwigksthal:

von Burg Hessenstein läuft man zunächst eben durch einen malerischen Wald

dann muss man steil auf einem zugewachsenen Pfad ins Edertal absteigen

die Eder bei Ederbringhausen

durch das Orketal

ein schöner Wegabschnitt entlang der Orke

kurz vor Dalwigksthal

Dalwigksthal

Im Februar und Mai 2026 bin ich auf meiner WDE-Alternative von der Ederquelle bis Kassel auf dem Ederhöhenweg gewandert. Im Mai habe ich dann ab der Ederquelle gleich den Natursteig Sieg drangehängt, denn zwischen Eder- und Siegquelle liegen nur wenige Kilometer. Der Natursteig Sieg verläuft offiziell nur zwischen Mudersbach und Siegburg, aber ich habe mir für die fehlenden Teilstücke zwischen Quelle und Mündung einfach selber einen Track gesucht. Endpunkt dieser Frühlingstour war Bonn, wo wieder mehr oder weniger die Originalroute des WDE erreicht wird (der WDE verläuft etwas südlicher durch Bad Godesberg). Tatsächlich streift der WDE zwischendurch für einige Kilometer meine Alternativroute, und zwar einmal ganz kurz zwischen Ederbringhausen und dem Abzweig zur Burg Hessenstein und dann zwischen Rieferath und Bohlscheid. Zwischen Ederbringhausen und Bonn/Bad Godesberg dürfte der Umweg auf meiner WDE-Alternativroute über Ederhöhenweg und Natursteig Sieg rund 150 km betragen. Der Umweg hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, für mich hat sich die Alternative gelohnt.

die Eder bei Ederbringhausen im Februar mit leichtem Hochwasser

Aufstieg nach Burg Hessenstein parallel zum Barbarossaweg X8 und WDE

am Abzweig nach Burg Hessenstein - der X8 bzw. der WDE führen zur Burg, der Ederhöhenweg weiter zum Edersee

Dann entfernt sich meine Alternativroute gewaltig von der WDE-Originalroute und begegnet ihr 16 Etappen später wieder flüchtig auf dem Natursteig Sieg.

Der Natursteig Sieg streift lediglich auf der Natursteigetappe Merten - Bohlscheid für ein paar wenige Kilometer den WDE im Kaltbachtal

wahrscheinlich hier bei dieser Schutzhütte, wo wir einer NST-Wanderin begegnen - ein Indikator für ein Aufeinandertreffen von mehreren markierten Routen

sonnenbestrahlte Wege wechseln...

...mit schattigen, wilden Pfaden... 

...im Tal des Niederiefer Baches

Am Bohlscheider Bach...

...wird es wieder etwas wilder, bevor der WDE eine andere Richtung einschlägt. 

Tage später erreichen wir den Rhein mit Blick auf das Siebengebirge und den Drachenfels - aus dieser Richtung kommt der WDE...

...und trifft sich dann in Bonn/Bad Godesberg wieder mit meiner Alternativroute.

Die nächsten bzw. die letzten Etappen von Bonn bis Aachen sind als Route schon geplant, aber noch nicht zeitlich terminiert. Ich hoffe, ich schaffe sie noch in diesem Jahr :-)

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