Abschnitt 1: Vogtland: Grünes Band und Elstergebirge - Blankenstein bis Muldenberg

die ersten vier Etappen meiner Kammweg-Variante verlaufen direkt am Grünen Band - an die innerdeutsche Teilung wird auf vielerei Art erinnert

mit dem Hofer Landbus, aber auch mit manchen regulären Linien kommt man von unserer FeWo in Hof aus ganz einfach zu den Etappenorten am Grünen Band 

 

Etappe 1: Mödlareuth - Blankenstein

in Blankenstein beginnt bzw. endet neben dem bekannten Rennsteig u.a. auch der Kammweg - mit dem ÖPNV und von den Hohemetern her ist es günstiger, die Wanderung an der Haltestelle "Mödlareuth Gefell b. Schleiz" zu beginnen, und diese Etappe in der umgekehrten Richtung zu wandern

nicht weit von der Haltestelle - der nette Busfahrer läßt mich direkt am deutsch-deutschen Museum raus - schälen sich das Grüne Band und erste Hinterlassenschaften aus der Zeit der Teilung aus dem Nebel

für den Wandernden ist das Grüne Band als Zeitzeugnis sehr gut aufbereitet - an allen wichtigen Stellen erinnern Informationstafeln an die Geschichte

auch die Natur am Grünen Band wird immer wieder thematisiert

der Weg ist perfekt ausgeschildert

ich bin völlig alleine unterwegs; mein Kopfkino wird von einer ganz eigentümlichen Stille untermalt

auch die Lichtstimmungen tragen zu meiner Nachdenklichkeit bei

immer mal wieder versucht die Sonne ihr Glück

der Kammweg macht ab und zu einen Schlenker zu Aussichtspunkten 

der Grenzfluss Saale

das Schloß von Hirschberg

jetzt hat der Frühnebel endgültig klein bei gegeben

kurz vor Hirschberg

Hirschberg in der Rückschau

die Brücke der Einheit über die Autobahn

den ganzen Weg über ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt

Sparnberg

St. Simon und Judas Thaddäus

schöner Rastplatz direkt an der Saale

danach folgt der Weg einer Saaleschleife - eine defekte Brücke verhindert seit Jahren den direkten Weg

es geht aufwärts zum...

...Skywalk von Pottiga

der Blick zurück

und in die Laufrichtung

Pottiga

zurück auf dem Grünen Band

Blankenberg

zwei nicht unerhebliche Steigungen liegen hinter mir - aber leider (oder zum Glück 😅) bin ich noch nicht für diese Bank qualifiziert

ich quäle mich weiter den Berg hinauf bis zur Burgruine hoch über dem Ort

so sah die Burg ursprünglich aus

das ist fast alles, was heute noch übrig ist

vom Hochzeitsblick sieht man auf das Tagesziel: Blankenstein und die große Papierfabrik im Vordergrund 

das sieht harmlos aus, aber der Abstieg nach Blankenstein hat es in sich - es hat sich bewährt, dass ich diese Etappe in der Gegenrichtung gewandert bin

ein letztes Mal quere ich die Saale

am Drehkreuz des Wanderns holt mich netterweise mein Mann ab, der mich in dieser ersten Woche begleitet (wenn auch nicht wandernd) - ansonsten kommt man mit Bus und Zug zurück; entweder von Blankenstein oder vom bayrischen Untereichenstein, Haltestelle Wolfstein/Issigau auf der anderen Saaleseite

Etappe 2 Gutenfürst - Mödlareuth

manchmal ist der Kolonnenweg auch gut begehbar

der historische Drei-Freistaaten-Stein hat die Jahre der deutschen Teilung unbeschadet überstanden

Königreich Bayern - Königreich Sachsen - Fürstentum Reuss (heute Thüringen)

weiter geht es durch die flache, ländliche Landschaft

hinter dem Waldstück hinten links liegt Mödlareuth

ganz unspektakulär nähert man sich heute dem ehemals geteilten Dorf

der Teich wirkt so friedlich und beschaulich

dabei wird an der Geschichte dieses Ortes ganz deutlich, wie leidvoll Grenzen sein können

der kleine Tannbach trennte Systeme, heute zum Glück nur noch Thüringen und Bayern

ich treffe mich hier mit meinem Mann, und wir nehmen uns viel Zeit für das sehr sehenswerte  deutsch-deutsche Museum

diese Etappe war sehr kurz; dank der einfach zu gehenden Strecke hätte man auch schon in Ullitz starten können und vermutlich noch genügend Zeit für das Museum gehabt

Etappe 3: Nentschau - Gutenfürst

früh am Morgen setzt mich mein Mann im bayerischen Nentschau ab

auch diese Etappe wandere ich in der Gegenrichtung

es dauert nicht lang und ich erreiche wieder das Grüne Band

Hasenreuth heute

Sachsgrün

auch von Troschenreuth ist nichts mehr übrig geblieben

wenn man den Abschnitt am Grünen Band in drei Tagen wandern möchte, bietet sich Ullitz als Etappenstart/Ende an

 

vor Heinersgrün erspähe ich einen schönen Rastplatz unter einer alten Eiche

einer der wenigen erhaltenen Grenztürme

es ist erschreckend, wie viele Menschen aus dem grenznahen Gebiet ihre Heimat unverschuldet verloren haben

vom Nachdenklichen wechselt der Weg wieder ins Idyllische 

zum Bahnhof Gutenfürst schlüpft man hier durch

mit Blick auf das Schlößchen warte ich etwas entfernt vom Bahnhof auf einen der seltenen Züge 

das Bild fasst die wandertechnischen Höhepunkte der Etappe gut zusammen :-)

 

Etappe 4: Nentschau - Adorf

von Nentschau aus folgt man für ein paar Kilometer der wenig befahrenen Straße und dem Dreiländereckweg

Blick Richtung Posseck

nach der Straße wird der Weg etwas undeutlich, aber immerhin beschildert

wenn er auch nicht hochfrequentiert aussieht

in Mittelhammer (auch hier käme man mit dem Hofer Landbus hin) befindet sich der Abzweig zum Dreiländereck

vorher wird die Städterin noch vor Herausforderungen gestellt...

die zu querende Weide ist nämlich bewohnt

Sachsen - Böhmen - Bayern - es lohnt sich, hier ein wenig zu verweilen und sich die Informationtafeln anzuschauen. Auf tschechischer Seite ist auch ein Rastplatz eingerichtet worden.

Jetzt geht es noch für ein paar Kilometer entlang des Grünen Bandes, obwohl wir nun parallel zur tschechischen Grenze wandern. Dem Brudervolk wurde offensichtlich auch misstraut.

noch kurz gestolpert...

...dann wandere ich wieder mit regelmäßigem, mittlerweile gut eingeübtem und gleichförmigem Tip-Tap-Gleichschritt zwischen den Löchern auf dem Kolonnenweg 

Hier ist das Grüne Band offiziell zu Ende 

letzte Lochstreifenplatten bei Hammerleithen kurz vor Pabstleithen

den Ort Pabstleithen gibt es noch - ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit einem Anwohner

hinter Pabstleiten wandere ich selbstgetrackt auf der alten Ebmather Straße (heute Radweg) nach Ebmath

der Anger von Ebmath

kurz nach der alten Schule wird eine vielbefahrene Straße erreicht

An der Straße befindet sich ein gut besuchter (und mir vom Pabstleithener ans Herz gelegter) Imbiss, der für seine "Roster" bekannt ist. Leider gibt es sie nicht ohne Fleisch, so dass ich sie nicht probiert habe.

Ich bin froh, hier kurz vor der Grenze links abbiegen zu können, der Verkehr war doch zu unangenehm 

diese Straße ist deutlich einsamer

und nach guten 2 km erreiche ich wieder den Kammweg

nämlich hier in Gettengrün

in der alten Schule wurde Erich Ohser geboren - es lohnt sich am Etappenende in Adorf einen Pausentag einzulegen und nach Plauen zu fahren und die e. o. plauen Galerie und die anderen Museen von Plauen zu besichtigen.   

Gettengrün ist eine Streusiedlung, der Kammweg führt auf einem Höhenweg am Ort vorbei (der Kammweg kommt dabei an der alten Schule vorbei, die ich aber vergessen habe zu fotografieren)

die Landschaft nimmt nun definitiv einen anderen Charakter an: die Berge des Vogtlands tauchen auf (tatsächlich gehört landschaftsräumlich auch der Bereich Obere Saale, den wir die vergangenen Tage erwandert haben, bereits zum Vogtland)

es wird jetzt auf jeden Fall waldiger

der Kammweg folgt dem Tetterweinbachtal

hier wäre noch ein schöner Rastplatz am Bach

der Schützteich

zwischen hier und Adorf liegt noch ein Berg

zum Glück nur ein hügeliger Zwergberg

der langgestreckte Marktplatz von Adorf - vor lauter schöner Baumgestaltung sieht man die attraktiven historischen Gebäude nicht

im Ratskeller kann man in einem sehr schönen Ambiente einkehren, empfehlenswert für eine Pause

direkt am Tor zur Altstadt...

liegt das ansprechende und interessante Erlebnismuseum Perlmutter (der nagelneue Anbau ist einer Muschelschale im Fluss nachempfunden; es rieselt ständig Wasser vom Dach)

es macht viel Spaß, alles auszuprobieren - mein Wissen über das Wesen der Flußperlmuschel ist auf jeden Fall enorm gewachsen :-)

letzter Abend im schönen Hof

Am nächsten Tag nahmen wir uns noch Zeit für einen Abstecher nach Plauen...

...bevor ich mich in Greiz mit einer Wanderfreundin traf, um auf dem mehr Elsterperlenweg vom thüringischen Vogtland zu sehen.

 

Etappe 5: Adorf - Muldenberg

eine knapp zweistündige Fahrt bringt uns zurück nach Adorf und zum Kammweg

hinter dem Bahnhof geht es gleich hinauf

Rückblick

die Mühen des ersten Anstiegs verlangten schon gleich nach einer Teepause und dem Ausziehen der obersten Kleidungsschicht 

nach dem Anstieg folgt solgeich der erste Abstieg 

Wohlbach wird durchquert

dann ging es wieder hinauf - Rückschau auf Wohlbach

kurz vor Schöneck...

...kommen ganz neue Wandergefahren auf uns zu

Schöneck punktet mit jeder Menge Wanderinfrastruktur und wäre das offizielle Etappenende gewesen

an diesem schöne Herbstferientag strömen viele Urlauber zu diesem Teich...

...und dem angeschlossenen Meiler-Imbiss

wir marschieren weiter, rätseln dabei über die Grenze zwischen Vogtland und Erzgebirge...

...und führen den Indizienbeweis, dass wir uns noch im Vogtland befinden müssten

das Tagesziel rückt näher

die Talsperre Muldenberg

von der Staumauer sind es noch 500 m bis zu unserem Hotel

Die Flößerstube hat eigentlich Ruhetag, doch zu unserer großen Freude sorgt das engagierte Betreiberpaar dafür, dass die Hausgäste trotzdem in den Genuß der guten Küche kommen. Der Koch ist Franzose, und das merkt den Speisen wunderbar an. Ein schöner Abend